Val di Mello bis Trentino

By , July 27, 2011 5:24 pm
Wie ich schon geschrieben habe, hatten wir nach der Wanderei rund um den Parzinnturm erst mal genug vom Gehen und sind in das Val di Mello gefahren, haben dort in einem Cafe erst mal für schlanke vier Euro ein Bier getrunken und uns dann umgesehen. Irgendwie wirkte alles nicht sonderlich einladend auf uns. Ein Guter Teil der Blöcke war gesperrt, die Strasse, die zu den höher gelegenen Gebieten führt auch, freies Stehen ist in etwa genau so hoch angesehen wie Kindesmissbrauch und alle Parkmöglichkeiten kosten Geld. Wie die Boulderei dort ist, werden wir wohl nie erfahren. Wir hatten nicht so grosse Lust, die Vergoldung dieses Dorfes mit zu finanzieren und sind dann wieder in Richtung Westen gefahren und haben uns am Rande des Comer Sees Schlafen gelegt. Von da aus ging es  weiter Richtung Trentino mit einem Zwischenstopp am Lago d´ Idro. Sehr schöner See und außerdem eine unserer ersten Nächte im Auto ohne Regen. Dann gings weiter in die Gegend um Preore und dort schauten wir uns das ein oder andere Klettergebiet an. Val d´Algone blieb mir unter Anderen als lohnend in Erinnerung. Bei Preore hatten wir übrigens einen netten Stellplatz neben einem kleinen Strässchen, das nur sehr wenig befahren war. Die Ganze Gegend inklusive der Wände und deren Zustiege waren mit Plastiken aus Holz dekoriert. So etwas kommt dabei raus, wenn zwei Holzbildhauer Klettergebiete erschließen. Aber das fast unglaubliche an diesem Stellplatz war, dass wir mitten im Wald W-Lan Empfang hatten. In Italien gibt es öfters mal kostenlose werbefinanziertes W-Lan (da ist Deutschland echt noch Entwicklungsland). Der Empfang war zwar recht schwach und ging nur im Bett aber immerhin. Das veranlasste uns dann auch dazu, ein paar Tage später dort noch mal zu schlafen. War leider nicht so einsam wie davor.  Frei nach dem Motto: „schau mal, da steht einer, da stellen wir uns doch gleich dazu...“ wurde es auf einmal voller und voller um uns herum. Nach und nach wuchs uns der Berg an dreckiger Wäsche über den Kopf und der Kleiderschrank wurde gleichsam immer leerer.  Zudem waren zwei Kleinigkeiten an der Kabine war zu reparieren. Also steuerten wir Arco an und mieteten uns bei Camping Zoo ein. Marmorklettern Sportklettern in der nähe von Arco ist nicht so meins und unser Aufenthalt dort wurde sehr sehr entspannt. Wir fixten die (hoffentlich) letzte undichte Stelle, wuschen zwei sehr volle Maschinen Wäsche im Waschsalon und tranken den ein oder andern Aperol Spritz. Ach so, natürlich waren wir auch schön shoppen. Noch ein paar Kletterschuhe, anständig Bohrhaken und noch einen neuen Gurt (mein alter scheuert so langsam durch...) habe ich mir geleistet. Ist schon irgendwie komisch, dass schwäbische Bohrhaken in Italien billiger sind als in Deutschland … Während unseres Aufenthalts fand auch die Kletter WM in Arco statt. Das Finale der Herren im Vorstieg haben wir uns sogar angeschaut. Kostete keinen Eintritt, war ne Menge los und gute Stimmung. Eigentlich wollten wir die WM meiden, weil wir Angst hatten, dass es zu voll und teuer wäre. Aber letztendlich war es dann doch gut. Wir konnten auch noch einen Kontakt zu einer Teilnehmerin aus dem Iran herstellen und komme so hoffentlich an gute Informationen, bezüglich des Kletterns im Iran. Das Internet gibt darüber nämlich herzlich wenig preis. Zumindest in Sprachen, die wir verstehen. Sie erzählte uns auch gleich von mehreren hundert Meter langen Routen. Wir sind schon mal gespannt. Dann entfernten wir uns wieder ein Stückchen weiter von Arco um ein wenig Sportklettern zu gehen.  Und jetzt stehen wir an so etwas wie einem kleinen See, oder besser eine etwas breitere Stelle eines Baches. Hier gibt es sogar saubere Toiletten – das erste mal, seit wir unterwegs sind glaube ich – und frisches Wasser. Wobei Wasser hier in der Gegend nicht so das Problem ist. Zwischen zwei Bäumen spannt unsere Slackline und die Italiener wissen nicht so recht was damit anzufangen 😉 Hier werden wir noch eine weitere Nacht bleiben und dann über die Dolomiten nach Slowenien fahren.

Equipment in daily use

By , July 14, 2011 3:23 pm
Wir schleppen selbstverständlich einen ganzen Berg an Outdoor Equipment mit uns herum. Oft sitze ich mit irgendeinem Teil in der Hand herum und frage mich ob es denn wohl die ganze Reise überleben wird. Unser täglicher Gebrauch ist natürlich etwas völlig anderes, als solche Dinge mal im Urlaub oder am Wochenende zu gebrauchen. Habe mir gedacht, es ist vielleicht ganz interessant, wenn wir in Zukunft unsere Erfahrungen mit dem ein oder anderen Ausrüstungsgegenstand hier veröffentlichen – natürlich völlig subjektiv und mit massig Vorurteilen belastet. In Zukunft, weil ich denke, dass es jetzt noch deutlich zu früh ist irgend etwas zu schreiben. Außer natürlich über Dinge, die bereits in den ersten Wochen den Geist aufgeben.    

Zweiter Gipfel

By , July 14, 2011 3:22 pm
Nachdem wir mal wieder festgestellt haben, das Wandern des Wanderns Willen nicht unser Ding ist, haben wir einen zweiten Gipfel in Angriff genommen: den westlichen Parzinnentum in den Lechtaler Alpen. Diesmal kletternder Weise. Gut, es waren auch über 1000 Höhenmeter, die wir zu Fuss überwinden mussten, nur diesmal konnten wir die Lauferei auf drei Tage aufteilen. Nachmittags 800 Hm zur Steinseehütte aufsteigen, am nächsten Tag eine Stunde zum Wandfuss laufen und dann herrliche Kletterei in rauem Kalk. Es gibt drei Wege auf den Gipfel: den Normalweg, der obwohl nie schwerer als drei der bestgesicherte Weg auf den Gipfel ist, und zwei Wege im 5. Grad. Wir haben uns für die „Gusta“ entschieden. Laut unserem Topo die erste Seillänge 5- und alle anderen leichter, laut des Topos der Hütte, die vorletzten zwei Seillängen 5. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Die Route ist ganz vernünftig abgesichert, wenn man einen Haken braucht ist auch einer da, wenn man keinen braucht gibt es keinen. Der Abstieg ist deutlich abenteuerlicher als die Kletterei. Erst seilfrei im Dreiergelände recht ausgesetzt ein Stückchen abkletten, dann an einem eher lockerem Stahlseil einen steile Schuttrinne hinunter bis zum Wandfuss. Das Hoch- und Runterlaufen war mit ganz grossem Abstand das Anstrengendste an der Unternehmung und wir gehen jetzt erst mal Boulden im Val di Mello und dann erst wieder längere Routen in den Südalpen, da wo die Wände direkt neben der Strasse beginnen.  

Doch nicht alles Autisten

By , July 14, 2011 3:17 pm
Eigentlich wollten wir an der Martinswand klettern gehen. In den Alpen herrscht zur Zeit so eine Art Monsun, was das in Verbindung mit unserem all morgendlichen nicht in die Puschen kommen das mit dem Klettern nicht so einfach macht. Wir waren jedenfalls spät dran, und sind erst mal losgezogen, um einen schönen Schlafplatz zu finden. Wir sind ein wenig von Imst weggefahren, und die Gegend wurde immer besser. So fuhren wir immer weiter, bis wir schließlich in Kühtai landeten. Kühtai heißt nicht ohne Grund so. Überall um den Ort herum rennen Kühe und Pferde rum. Kühe waren für mich so ziemlich die stoischsten Tiere auf diesem Planeten. Auf die Wiese stehen, kauen und vor sich hin starren. Im äußersten Notfall mal ein paar Meter weiter gehen, weil das Gras dort besser aussieht (das will ja gut überlegt sein, schließlich wird ja auch eine ganze Weile auf den Halmen herumgekaut …). Eigentlich fast schon Autistisch diese Kühe dachte ich immer. Zurück zu Kühtai. Wir dachten uns, hier ist aber schön. Die paar Kuhfladen stören nicht weiter, und die Kühe werden eh keine Notiz von uns nehmen. Dachte ich. In Wirklichkeit war es aber nicht ganz so. Erst mal starrte mich eine Mutter-Kuh mit etwas Abstand an, als wir aus dem Wagen stiegen, und ich das Dach aufklappte, wenig später, kam sie auf uns zu, beschnupperte Kris und leckte dann hier und da etwas an unserem Auto herum. Dann macht sie sich erst mal wieder davon – so 10 Meter, wo sie ihr Kalb stillte. Wir wurden augenscheinlich als harmlos eingestuft. Die Nachricht schien sich in Windeseile auf der Wiese verbreitet zu haben und das erste Kalb kam auf uns zu. Dann ein Zweites, ein Drittes und so weiter. Nach kurzer Zeit waren wir von Kälbern umzingelt, die alles andere als zurückhaltend waren. Hier mal am Scheinwerfer geleckt, da mal schön den Hals am Kotflügel geschruppt oder mal wild den Kopf geschüttelt, dass die Kuhglocke nur so herumfliegt. Uns wurde das irgendwie ein wenig zu heiß mit den ganzen neugierigen Rindern und wir haben uns dann einen anderen Flecken zum Schlafen gesucht. Ein schöner großer Parkplatz, so ganz ohne Gras, vor einem Stausee. Hier werden wir sicher nicht von Kühen bedrängt werden! War dann auch eine klasse Nacht, haben lecker gegessen und gut geschlafen. Geweckt hat uns dann das Geräusch eines haltenden Reisebusses. Der verschlafene Blick aus dem Fenster offenbarte eine Schar Grauköpfe, die eine Schar Kühe, die warum auch immer auf dem Parkplatz herumlungerten fotografiert. Mein Bild von Kühen muss ich jetzt wohl revidieren.  

Jetzt mal ausführlicher

By , July 9, 2011 2:58 pm
Hier endlich mal ein Eintrag, der nicht aus meinem Mobile kommt. Seit einer guten Woche arbeiten wir uns nun sehr sehr langsam gen Süden vor. Den ersten Zwischenstopp machten wir in Franken, um uns ein wenig warm zu klettern. Vor lauter Reisevorbereitungen kamen wir die letzten Wochen nämlich gar nicht mehr zum Klettern. Der erste Tag war ganz schön Kalt für die Jahreszeit. Aber trocken. Wir sind ein paar schöne Wege geklettert. Am zweiten Tag war es dann noch kälter. Diesmal aber mit  Dauerregen. Und wir lungerten fast den Ganzen Tag im Auto im Bett rum. Die nächsten Tage haben wir mit der erst weniger, dann mehr erfolgreichen Suche nach trockenem Fels verbracht, noch mal anständig Fränkische Kost in Morschreuth genossen und uns dann in Richtung München aus dem Staub gemacht. In München hatten wir noch einen riesen Berg abzuarbeiten. Danach ging es an den Rand der Alpen, wo wir auf den Brünnstein gestiegen sind. War wirklich schön auf dem Gipfel aber auch sack-anstrengend. Jetzt weiß ich wieder, warum ich so selten wandern gehe! Zur Belohnung gab´s dann noch ein kleines Unwetter in der Nacht. Unbemerkt kam durch eine allem Anschein nach doch nicht ganz so dichte Naht, Tröpfchen für Tröpfchen eine ganze Menge Wasser ins Innere. Die Naht bekommt an der Stelle jetzt erst mal eine anständige Portion Nahtdichter verpasst. Doof nur, dass das Zeug so lange zum trockenen braucht. Mal schnell drauf schmieren und dann das Dach zuklappen ist nicht. Ich werde nachher mal vorsichtig an der Tube riechen. Wenn der Geruch noch in Rahmen des vertretbaren ist, werde ich es später machen und über Nacht trockenen lassen. Jetzt gerade sitzen wir im Auto im Zillertal vor dem Mpreis. Hat gerade wieder schön geregnet. Klettern ist also nicht. In Anbetracht meines Muskelkaters in den Beinen ist das gerade auch gar nicht so tragisch. Wir suchen uns jetzt einen schönen Stellplatz, wo wir in Ruhe unser mehrgängiges Menu zubereiten können.

Sticky: Intro

By , July 9, 2011 2:55 pm
Seit dem 1.Juli 2011 sind wir nun unterwegs. Wir, das sind Kristina und Joerg. Unterwegs von Deutschland aus auf dem Landweg in Richtung Asien. Zahllose Stunden verteilt über einen Zeitraum von über zwei Jahren hat die Vorbereitung dieser Reise nun verschlungen. Continue reading 'Sticky: Intro'»

Alpen

By , July 7, 2011 6:09 pm
Ein kleines update von meinem Mobile: Wir sind jetzt in den Alpen angekommen.

Jurakalk as usual

By , July 3, 2011 10:55 pm
Seit gestern Nacht sind wir in Franken. Klettern kam im ganzen Vorbereitungsstress etwas zu kurz. Oder besser gesagt: fand nicht statt. Es ist hölle kalt hier und weitgehend trocken. Traumbedingungen eigentlich ...

Abfahrt jetzt!

By , July 1, 2011 9:46 pm
Endlich sind wir losgekommen. Die Vorbereitungen der letzten Tage waren zäh und kräftezehrend. Ich bin sehr gespannt, was die kommenden Tage und Monate bringen werden. Wir wird sich unser Auto bewähren, wie wir und wie unsere Beziehung. We will see ...

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