Albanien

By , September 6, 2011 3:22 pm

Nach ein paar schönen und entspannten Tagen auf Hvar machten wir uns morgens kurz nach sieben auf den Weg nach Theth. Theth liegt abgelegen hoch oben im albanischen Bergland im Dreiländereck Albanien, Montenegro und Kosovo. Zwei Strassen führen nach Theth, beider sind in schlechtem Zustand und es ist somit sehr mühsam Theth zu erreichen. Durch die Abgeschiedenheit hat sich hier oben recht lange das Gesetz der Blutrache gehalten was dem Ort eine etwas mysteriöse Aura verleiht.

Wie abgelegen Theth wirklich ist, wurde uns auf dem Weg dorthin klar. Mit Fähre fahren in Kroatien, der ewigen Gurkerei mit Tempo 40 durch Montenegro (wo die Benutzung der Strassen schlanke 80 Euro kostet) brauchten wir deutlich länger als erwartet. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichten wir die Albanische Grenze bei Hani i Hotit. Vor der Grenze wurden wir erst mal Zeuge einer etwas merkwürdigen Party am Strassenrand. Hier parkten mehrere hundert Autos mit Nummern aus der halben Welt. Schweizer, Albaner, Engländer und auch Nummernschilder wie Michigan oder New York. Leicht irritiert fuhren wir daran vorbei in Richtung Grenze. Nach dem überschreiten der Grenze findet man sich in einer anderen Welt wieder.

Autofahren in Albanien ist so eine Sache. Bei Nacht eine ganz besondere. Ohne Vorwarnung wechseln sich neuer Asphalt mit übler Piste ab. Leute mitten auf der Strasse, Autos ganz ohne Licht, Eselkarren und LKWs mit nur einem Licht.

Kurz nach Koplik hört der Asphalt dann völlig auf. Und noch ein wenig später legten wir die Geländeuntersetzung ein, die die nächsten Tage drin bleiben sollte. Die Wegfindung bei Dunkelheit war nicht gerade leicht und wir mussten öfters mal austeigen und nach dem Weg fragen. Zumindest hatten wir dann auf dem Pass keinen erwähnenswerten Verkehr mehr. Es sind wohl nur wenig so doof wie wir und fahren die Strecke bei Nacht. Nach Mitternacht kamen wir dann in Theth an und schlugen, nach einer Weile orientierungslos durch die Gegend fahren, vor irgend einem Zaun unser Lager auf. Ich riss noch eine Dose Bier auf, kontaktierte per SMS Freunde von uns, die auch irgendwo in der Nähe campten, und dann schliefen wir erschöpft ein.

Am nächsten Morgen war ich überwältigt vom Anblick, der sich mir  beim aus dem Auto krabbeln eröffnete. Eine wilde Berglandschaft mit schroffen Gipfeln und Schluchten umgab uns. Wir trafen uns mit Dani und Tobi und schliefen noch eine weitere Nacht in Theth und zogen dann ein wenig höher in Richtung Theth Wand und Arapi. Ein schöner Platz mit einer Quelle bot sich dort als Lager an. Wir spielten kurz mit dem Gedanken am Arapi zu klettern. Die Pläne verworfen wir aber, als wir die Linie, die Tobi vorher mit dem Fernglas entdeckt hatte aus der nähe sahen. Grosse Blöcke hingen mehr oder weniger fest im Riss, der direkte Einstieg war steil und konturlos und die möglichen Alternativeinstiege extrem brüchig.

Nach vier Nächten in Theth verabschiedeten wir uns von Dani und Tobi und fuhren über Shkoder nach Koman. Von dort aus fühtre ein herrlich gammlige Fähre über einen Stausee in Richtung Norden.Bevor die Autobahn gebaut wurde, war das die Hauptroute in den Kosovo.

 

Auf der Fähre lernten wir Marco kennen, der mit einer Hilfsorganisation unterwegs war und uns einlud mit der ganzen Gruppe den Abend zu verbringen. Der Abend war unglaublich interessant. Wir konnten eine Menge über die Gegend lernen und zu guter Letzt wurden wir noch von Stefano, der ein Projekt im Kosovo leitet zu sich nach hause eingeladen. Er erzählte uns auch, dass vor einer Weile eine Gruppe Kletterer aus der Gegend um Trentino hier ein Sportklettergebiet erschlossen haben und es so etwas wie einen lokalen Kletterklub gibt. Diese Einladung konnten wir einfach nicht ausschlagen und machen uns einen Tag später auf in Richtung Kosovo. Die Albaner scheinen einen etwas eigenen Sinn für Humor zu haben. Kurz vor dem Grenzübergang steht auf einem Schild einfach nur „Good Luck“. Die Einreise war völlig problemlos und alle Grenzbeamte waren äußerst nett und zuvorkommend. Die Strassen hatten auf einmal auch wieder westlichen Standard. Eigentlich genau das Gegenteil, von dem, was wir erwartet haben. Wir fuhren nach Prizen und fanden uns in einer wunderschönen, äusserst lebendigen  Stadt wieder, die so gar nicht dem Bild von dieser Region entspricht, das man bei uns vermittelt bekommt. Jede Menge Cafés, Bars und Restaurants. Alle gut gefüllt, die Stimmung ausgelassen. Nach zwei Monaten befinden wir uns das erste mal wieder in einer richtigen Wohnung, in der ich diese Zeilen tippe.

 

 

Albania

 

After a few nice and relaxed days at Hvar we moved on to Theth at seven o’clock in the morning. Theth is a very remote Place in the Albanian Alps close to the border to Kosovo and Montenegro. There are two roads to Theth. Both in very bad conditions. As Theth is such a remote place the vendetta was common for a very long time.

How remote Theth really is, we figured out on the way there. With the ferry in Croatia, the terrible driving trough Montenegro with mostly 40 kilometers per Hour (where you got to pay only 80 Euros “road tax”) everything took much longer as we expected. So it already went dark, when we arrived at the Albanian border. But first we witnessed a strange party close to the border with hundreds of cars parking there. The number plates of the cars seems to be from all over the world – form Switzerland, England and Numbers like Michigan and New York.

By crossing the border to Albania we found ourselves in an entire new world.

Driving a Car in Albania is a kind of adventure. Brand new roads are converting into very bumpy unpaved roads without any warning. During Nighttime people in the middle of the street, cars and trucks with only one light or with no light at all.

After Koplik the asphalt stops and the road is getting even worse.

Finding our way in the darkness wasn´t easy so we often had to stop and ask for the way. The good thing was that there was no more traffic at the pass. Seems that only a few people are that stupid to drive here during nighttime.

After midnight we reached Theth. I opened a can of beer and sent an SMS to friends which are camping somewhere in Theth and felt exhausted asleep.

The next morning I discovered the awesome view of the landscape around us, wild mountains with steep peaks and narrow canyons and we caught up with a couple we met before in Paklenica.

We stayed a night in Theth and then moved up close to Theth Wall and the Arapi and slept at a nice place with a spring. For a short time we had the idea to climb a route at Arapi Tobi found with the binoculars.  After we took a closer look to the line we cancelled our plans. The beginning of the route was steeper then expected with no holds at all. The rock in the alterative ways was extremely fragile and there were huge blocks in the crack which could easily dislodge.

After four days in Theth we said good bye to Dani and Tobi and went via Shkoder to Koman. From Koman on we traveled by a superb dodgy  ferry on a barrier lake north. On this ferry we met Marco who traveled with a group of people of an NGO. He invited us to join them for dinner. The evening was very interesting and we have learned a lot about this area. At the end Stefano, who runs the Kosovo office of this organization invited us to visit him. He also told us that some Italian climbers of the Trentino area have bolted a couple of sport climbing routes in the Kosovo and there is something like a climbing club. This invitation we couldn´t decline and one day later we found ourselves on the way to Kosovo.

Albanian people seems to have a very own sense of humor. Close to the border is a sign which only contains the words “good luck”.

Crossing the border was easy and all the officials where very friendly and nice. Suddenly the roads became western standard again. Quite the opposite we expected. We drove to Prizen and found ourselves to our surprise in a wonderful lively city that doesn´t really fit in the picture which we get mediated at home. Lots of Bars, Cafés and Restaurants. Lots of people – all in a very good mood.

After two month we are the first time in a real flat again where I am typing this words.

 

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