Von Slowenien nach Kroatien (vom 28. August 2011)

By , September 6, 2011 12:22 pm
Seit fast zwei Monaten sind wir jetzt unterwegs. In Slowenien haben wir uns noch eine ganz schön grosse Höhle angeschaut und sind dann nach Osp gefahren. Das bekannteste Klettergebiet Sloweniens wollten wir schon mal besuchen. In Osp fing dann auch für uns der Sommer an. Wir mieteten uns dort auf dem Campingplatz ein und schauten uns Crni Kal und Mesha Pesc an. Ersteres ist eher geneigt bis senkrecht und knallhart bewertet und letzteres senkrecht bis supersteil. Der limitierende Faktor beim Klettern seit Osp ist die Sonne. Es ist einfach nur im Schatten auszuhalten. Kotecnik war da deutlich angenehmer. Nach ein paar Tagen ging es weiter nach Kroatien. In der istrisch/slowenischen Grenzregion blieben wir zwei Tage in der Nähe eines sehr kleinen aber auch sehr schönen Klettergebiets und fuhren dann in Richtung Küste weiter. Die istrische Küste ist genau das, was ich auf dieser Reise nicht sehen will: Massentourismus in Reinform. Schockiert von der Westküste Istriens fuhren wir sofort weiter an die Ostküste, die nicht ganz so schlimm wie die Westküste ist, aber von erträglich auch noch einiges entfernt. Das Meer scheint, egal wie voll es ist, eine magische Anziehungskraft auf Menschen zu haben. Nur wenige Minuten vom Meer entfernt ist der Ucka Nationalpart. Unglaublich schöne Gegenden und wir waren die ganze Zeit Mutterseelen allein unterwegs. Wir fuhren weiter in Richtung Süden, machten einen Zwischenstopp auf Rab um dann in Paklenica ein paar Tage zu verbringen. Je weiter man nach Süden kommt, desto schöner und auch ruhiger ist Kroatien. Felsige Berge und Meer wohin das Auge blickt. Das Meer ist überall ruhig, warm und klar. Meinen alten Traum, von einem eigenem Boot, träume ich jetzt wieder intensiver als je zuvor. Ich habe beschlossen, auf dieser Reise den Bootsführerschein zu machen.   Zurück zu Paklenica. Der Paklenica Nationalpark hat wohl die längste Alpinistische Tradition in Kroatien. Die ersten Wege wurde in den späten Dreißigern erstbegangen. Es gibt in der Schlucht einen Haufen Sportkletterrouten. Die Attraktion aber sind wohl die langen Wege. Die gibt es von clean über mit altem zweifelhaften Material eingerichtet bis zu komplett mit Bohrhaken abgesichert. Leider war es hier zum Klettern eigentlich viel zu heiss. Wir standen um sechs Uhr morgens auf, um die erträglichen Temperaturen des Morgens zu Nutzen. Nach halb zwölf braucht man einen eisernen Willen und irgendwelche besonderen Gaben, die mir leider nicht gegeben sind, um hier zu klettern. Die Mittage verbrachten wir im Schatten unseres Tarpes, immer darauf bedacht, Bewegungen, die nicht direkt der Lebenserhaltung dienen, zu vermeiden. Nach vier Tagen Frühschichtklettern mit anschließendem Garen in der Mittagshitze zogen wir weiter nach Hvar, wo ich jetzt diese Zeilen in das Laptop tippe. Hvar ist mit Abstand die schönste und interessanteste Insel, die wir bis jetzt besucht haben. Dennoch werden wir uns bald aufmachen nach Albanien. Ein guter Zeitpunkt um ein kleines Fazit zu ziehen. Kroatien ist superschön. Istrien stellt eine echte Alternative zu Disneyland dar. Wer darauf keine Lust hat, sollte schnell durch fahren. Essentiell für eine Reise hier ist ein geländegängiges Auto oder ein Boot. Am besten beides! Wir sind mehr als je zu vor auf unserer Reise angekommen. Alles hat sich schön eingegrooved und wir sind alle beide äußerst entspannt. Wir lassen alles sehr sehr ruhig angehen. Nur so langsam plagt mich wieder das Fernweh. Ich möchte weiter fahren. Weiter weg. Ich hoffe zur Zeit, dass wir in Albanien das „Fremde“ entdecken können. Zumindest im noch nicht so gut erschlossenen Hinterland. Kroatien ist äusserst einfach zu bereisen und scheint super sicher zu sein. Parkende Autos mit heruntergelassenen Scheiben am Strand sind keine Seltenheit. Manchmal steckt sogar der Zündschlüssel. „Wildes Campen“ ist hier verboten. Komischer Weise haben wir – vielleicht gerade deshalb – in Kroatein die mit Abstand schönsten Stellplätze gefunden. Berg oder Meerblick. In der Regel Beides. Ein Geländewagen oder sehr wenig Mitleid mit dem Auto vorausgesetzt findet man hier unglaubliche Stellen, die nur über zum Teil sehr schlechte Weg erreichbar sind. Was ich oft vermisse ist eine gute Machete. Die Sträucher hinterlassen mehr und mehr ihre Spuren Seitlich am Auto. Wir haben zwar eine Axt dabei, aber die hilft nur bei etwas dickeren Ästen oder kleinen Baumstämmen. Wenn ich schon über Ausrüstung scheibe: Überglücklich sind wir bis jetzt über die Mud Terrain Reifen. Wir sind jetzt schon öfters tief im Schlamm gesteckt und immer wieder durch eigene Kraft frei gekommen. Wenn man in Städte kommt, sieht man die selben Läden, wie man sie überall in Europa sieht. Oder wahrscheinlich überall auf der Welt. So liegt natürlich immer die Versuchung nahe, das Land zu bereisen, ohne sich auf das Land einzulassen. Das echte Gesicht eines Landes erkennt man immer in den kleinen lokalen Läden, kleinsten Winzern, Brennereien und so weiter. Wir haben uns selbst dabei ertappt, Wein in grossen Supermärkten zu kaufen, anstelle den kleinen Winzer zu besuchen. Wo der Wein Günstiger ist, das Ambiente authentischer und man vor dem Kaufen probieren kann. Oder die kleine Bäckerei, in der wirklich noch gebacken wird – nicht nur die Produkte des Grosshändlers aufgebacken werden. Mit dieser Erkenntnis freue ich mich jetzt auf unseren Trip ins albanische Bergland.    

2 Responses to “Von Slowenien nach Kroatien (vom 28. August 2011)”

  1. Caro says:

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  2. jean seb says:

    ola amigos, i hope everything is ok. what goods photos!!
    hope having some news about hte folowing ….

    kiss

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